WMDEDGT am 5. Juni 2018 MintyAnchorOma
Ganz ehrlich? Mich freuen. Innerlich laut jubelnd kreischen und äußerlich mit einem Lächeln auf den Lippen. Jeder Tag, an dem meine Tochter mit lachend in den Kindergarten geht und nicht noch beim Verabschieden im Gruppenraum Tränen aus ihren großen Kulleraugen fließen, ist ein guter Tag. Ist sie erstmal drin, ist alles gut. Sie kuschelt mit ihren Lieblingserzieherinnen, spielt mit anderen Kindern und tobt fröhlich über diese riesige Gelände. Nur der Abschied ist so eine Sache, denn bei Mama findet sie es eben doch noch einen Tick schöner. Aber heute wird sie schon mittags von ihrer Oma abgeholt und darauf freut sie sich schon sehr.

Aber Mama muss arbeiten. Muss, das klingt so nach Zwang. Natürlich muss ich arbeiten weil sonst das Geld hinten und vorne nicht reicht. Aber ich gehe auch gerne meinem Beruf nach. Meine Arbeit, mein Team und mein extrem familienfreundlicher Arbeitgeber, sind wie ein Sechser im Lotto. Heute steht der Webseiten-Relaunch unserer Firmenschwester in der Schweiz auf dem Plan, eine neue Runde Beiträge und alles was über den Tag verteilt sonst noch so in meinem E-Mail Account landet.

Geliebte Oma-Tage

Während mein Sohn, mein Mann und ich bis heute Nachmittag in Schule und Büro schwitzen, wird die Kleine mittags von der Oma abgeholt und darf sie planschend und spielend Vergnügen. Jedes Kind hat bei uns einmal pro Woche seinen eigenen Oma. Das ist wichtig für die Oma, die ihre Enkel zum Fressen gerne hat. Und wichtig für die Kinder, die an ihrem Tag ihre geliebte Oma ganz für sich alleine haben und ihre Aufmerksamkeit mit niemand anderem teilen müssen. Und solange meine Mama noch fit genug dafür ist, sollen alle ihre besonderen Tage genießen.

Mir bleibt jetzt noch eine halbe Stunde Zeit bevor um 12 Uhr das leidliche und leider auch unvermeidliche „Wir gratulieren der Kollegin alle zusammen in der Küche nachträglich zum Geburtstags“-Singen beginnt. An sich stört mich das ja nicht, nur heute, wo ich vorne stehen und mir die schiefen Happy Birthday-Töne anhören muss. Ich bin so absolut gar nicht der Typ Rampensau. Das überlass ich gerne anderen.

So, das letzte Meeting für heute ist durch. Ich glaube ja manchmal, mein Chef hat große Angst, ich könnte mich langweilen. Das passiert mir hier sicherlich nicht. 🙂

Der Countdown läuft. Um 15 Uhr ist Schluss für heute. Dann brause ich durch die Stadt zurück nach Hause und hol mein Schulkind ab. Während die kleine noch bei Oma tobt und spielt, stehen für den Großen und mich weniger spaßige Sachen wie Einkaufen, Aufräumen und Diktat üben auf dem Programm. Aber was muss, das muss. Morgen ist wieder Hockeytraining und spät abends ist das Kind viel zu erledigt, um noch ein vernünftiges Wort zu schreiben.

Wolfsstunde

Als die Oma gegen 18 Uhr das schlafende Tochterkind nach Hause bringt, schwant mir „schlimmes“. Die Chancen, dass sie einfach bis zum nächsten Tag weiterschläft, stehen 50 zu 50. Überhaupt beginnt nun so langsam das, was ich bei uns die Wolfsstunde nenne. Wir nähern uns der Bett-geh-Zeit. Ein schon an sich leidlicher Moment, aber die drückende Hitze heute Abend, machte alle nur noch gereizter.

Mit dem Kinder-Wunsch-Abendessen Butterbreze und Wiener Würstchen, dürfen die beiden noch den ersten Teil von Zoomania anschauen und dann heißt es um 20 Uhr ab ins Bett. Ja, auch für mich, da ich nach der Einschlafbegleitung bei meiner Tochter in der Regel nicht mehr aufstehe. „Dank“ des ungeplanten Nachmittagsschlafs braucht es heute von meiner Seite aber besonders viel Geduld, lange Streicheleinheiten und gute Nerven, bis ihr um 22 Uhr endlich die Äuglein zufallen.

Na, das kann morgen früh ja was werden, wenn es wieder heißt: „Zeit zum Aufstehen!“

 

 

 

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