“Wicked” ist der erste Band der “Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit”-Reihe von Jennifer L. Armentrout. Die US-amerikanische Autorin hat setzt mit einer neuen Bedrohung der Menschheit ihre Erfolgsserie im Bereich Romantasy fort.

*enthält einen Amazon-Affiliate-Link

Darum geht es in “Wicked”

Nichts im Leben der einundzwanzigjährigen Ivy Morgan ist normal. Nach außen hin eine junge Studentin, lebt sie ein geheimes Leben nach den Regeln und im Dienste des Ordens. Morgens lernen, abends jagen – das ist ihr Alltag.

Als Waise in New Orleans und als Mitglied einer Geheimorganisation gibt es nur wenige Menschen, denen Ivy uneingeschränkt vertraut. Ihre beste Freundin Val ist ebenfalls Ordensmitglied und ihr Mitbewohner Tink.

Ihre Welt gerät plötzlich ins Wanken als nicht nur der gutaussehnde Ren ohne Vorwarnung zum geheimen Orden in New Orleans stößt, sondern auch die Entdeckung einer neuen, scheinbar unbesiegbaren Form der Fae. Wesen, die durch Tore aus der Anderwelt in die Welt der Menschen strömen. Was nicht weiter problematisch wäre, würden sie die Erde und ihre Bewohner nicht als All-you-can-eat-Buffet betrachten.

Geheimnisse, die knisternde Spannung zwischen Ivy und Ren, Misstrauen und Lügen kommen zusammen, während sich die Hinweise auf eine drohende Apokalypse verdichten. Wem kann Ivy noch trauen? Ist Ren wirklich der, der zu sein scheint? Und können sie das nahende Ende der Menschheit doch noch verhindern ohne selbst sterben?

Bewährtes Muster – Neu aufgesetzt

Ähnlich wie in „Dark Elements“ tauchst du als LeserIn an einem öffentlichen Ort auf und lernst direkt die Hauptprotagonistin und ihre beste Freundin kennen. Jennifer L. Armentrout macht ihre LeserInnen mit den ersten Aspekten aus dem universitären und geheimen Leben der weiblichen Hauptfigur Ivy Davis bekannt und skizziert einen ersten Grundriss über die einundzwanzigjährige Ivy und die Welten, in denen sie sich bewegt.

Nach bewährter Manier schickt die Autorin ihre Heldin auch in „Wicked“ direkt ins Kampfgeschehen, das natürlich nicht so reibungslos abläuft wie sie gedacht hat. Eine routinemäßiger Ablauf wäre ja auch langweilig. Viel spannender ist dagegen das Auftauchen eines männlichen, natürlich fantastisch aussehenden und von sich selbst überzeugten Gegenpart mit tiefgründigen Augen, der Ivy rettet: Ronald „Ren“ Owens. Groß, durchtrainiert – ein Bad Boy mit einer besonderen Ausstrahlung, der sich Ivy vehement zu entziehen versucht.

Der Aufbau der Geschichte lässt bereits im ersten Teil einige Parallelen zu „Dark Elements“ und „Obsidian“ erkennen. Das tut der Spannung jedoch keinen Abbruch. Die Story hinter „Wicked“ ist eine völlig andere, die Protagonisten der genannten Bücher ähneln sich in keinster Weise.

Auch in „Wicked“ schafft es Jennifer L. Armentrout ihre LeserInnen mit Leichtigkeit in das Geschehen hineinzuziehen und erst mit dem letzten Wort wieder herauszulassen. Aufgewühlt, auf dem Höhepunkt einer emotionalen Achterbahnfahrt und mit ziemlicher Sicherheit auch leicht verheult. Mir zumindest ging es bisher jedes Mal so.

Wicked – der englische Begriff steht für so viele, zum Teil auch widersprüchliche Adjektive: schlimm, böse, boshaft, schelmisch, gefährlich, geil, abgefahren, cool oder stark. Und jeden einzelnen davon kann man leicht mit der Storyline zusammenbringen. Die gefährliche Arbeit im Orden, die boshaften Fae, abgefahrene Wesen und Kräfte, coole wie auch starke Protagonisten.

Die Protagonisten

Die Grundzüge der Charakteren Jennifer L. Armentrout sind bezeichnend. Eine toughe junge Frau, die mit privaten Problemen zu kämpfen hat und sich im Verlauf der Geschichte ihres Wertes immer mehr bewusst wird. Sie vertraut mehr und mehr ihrem Herzen und ihrem Bauchgefühl und wächst, meist notgedrungen, über sich hinaus. 

Ihr gegenüber steht ein Bad Boy, der vor Selbstbewusstsein nur so strotzt und erst durch das Eingeständnis seiner Liebe zur Heldin seine wahre Kraft und Größe entfalten kann. 

Amazon-Affiliate-Link

Die sich anbahnende Beziehung zwischen Ren und Ivy ist absolut vorhersehbar. Hier hätte ich mir eine weniger offensichtliche Entwicklung gewünscht. Dass die Romanze der beiden zu einem bestimmten Zeitpunkt mehr Raum einnimmt als die Bedrohung der Menschheit, ist aus Sicht einer frisch verliebten oder sexuell angetörnten Ivy zwar nachvollziehbar. Widerspricht aber andererseits allem wofür sie in den vergangenen Jahren gelebt und wonach sie ihr Dasein ausgerichtet hast. Der Wechsel ihrer Prioritäten kommt doch sehr schnell und extrem.

Wen dieses gleichbleibende Schema nicht stört, der ist bei Jennifer L. Armentrout genau richtig. Zumal es ihr auch gelingt, jedem Charakter seine eigene Note zu verleihen. Wer letztlich den Orden an die Fae verrät, kommt nicht wirklich überraschend. Ob das so gewollt ist, bleibt dahingestellt. Wichtiger als die Frage nach dem Wer, ist das Warum? Wer die Antwort kennen möchte, kommt an „Torn“, dem zweiten Band der Trilogie, nicht vorbei.

Vervollständigt werden die Hauptfiguren von einer Reihe besonderer und eigenwilliger Charaktere, die – wenn auch scheinbar nur als Randfiguren angelegt – im Verlauf der Geschichte dennoch eine wichtige Rolle spielen (werden). So zum Beispiel Ivy Mitbewohner Link, der begeistert im Internet einkauft oder der mürrische Inhaber des Mama Lousy Jerome.

Optik und Haptik

Die Mischung aus Weiß, Magnet, Hellgrün, Dunkelgrün und Kupfer ist gewöhnungsbedürftig, sticht aber gerade wegen seiner einwilligen Farbmischung ins Auge. Die Symbolik auf dem Cover versteht man erst, wenn man das Buch gelesen hat. Daher verrate ich an dieser Stelle nicht zuviel. Einen schönen haptischen Effekt bildet der kupferne Flügel, der im ersten Moment an einen Schmetterling erinnert. Wer das Buch zu Ende gelesen hat, weiß, um einen Schmetterling handelt es sich hier definitiv nicht.

Fakten

        • Titel: Wicked – Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit (Band 1)
        • Autorin: Jennifer L. Armentrout
        • ISBN: 978-3-453-31976-9
        • Preis: 14,99€
        • Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
        • Band 2: Torn / Band 3: Brave

 

“Wicked” ist ein weiterer Romantasy-Auftakt in klassischer Jennifer L. Armentrout-Manier. Die Storyline an sich gefällt mir gut. Mit den Fae und der entstehenden Romanze zwischen Ivy und Ren werde ich jedoch nicht richtig warm.

Print Friendly, PDF & Email

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Ich bin damit einverstanden.

thirteen − five =