Als mein Ältester noch klein war, wollte er stundenlang lesen. Sich vorlesen lassen, genauer gesagt. Stundenlang haben wird stapelweise Bücher gelesen. Und ich meine wirklich stapelweise. Am Ende war er soweit, dass er meinen Mann oder mich automatisch verbessert hat, wenn ich mich verlesen und das entsprechende Verb kurzerhand abgeändert habe. Meine einzige Rettung? „Mama hat schon Fusseln am Mund und braucht eine Pause. Wir lassen zur Abwechslung mal eine Hörgeschichte laufen, ja?“

Doch vorlesen lassen ist nicht gleich lesen. Wider Erwarten würde mein Kind mit Schuleintritt keine Leseratte wie ich, sondern eher ein Lesemuffel. Selbst lesen ist eben ungleich anstrengender als an Mama gekuschelt den verschiedenen Geschichten zu lauschen.

Hörbücher und Hörspiele waren dagegen immer noch hoch im Kurs. Gut, dass wir inzwischen auf online Angebote umgestiegen sind, was im Endeffekt nicht nur günstiger kommt, sondern auch weitaus sicherer ist. Wer von uns Eltern hatte nicht schon einmal das unbeschreibliche Vergnügen auf eine CD-Hülle zu treten? Eben.

Doch manchmal braucht es nur den richtigen Moment. Das richtige Buch und schwupp ist das Kind mit der Nase zwischen den Seiten eines Buches verschwunden und ward nicht mehr gesehen. Solche Momente gibt es inzwischen immer mehr. Das selbst ausgewählte Buch aus der Buchhandlung, dem nach dem Lesen die Hörbücher folgen. Den Film, den man gesehen hat und danach den Drang verspürt auch eines der Bücher zu lesen oder das Buch zum aktuellen Lieblingshörspiel.

Von jetzt auf gleich zur Leseratte?

Wohl kaum. Aber es ist ein Anfang. Nicht nur weil Lesen und Schreiben essentiell sind. Dir in Schule und Alltag immer wieder begegnen und auch die sprachliche Ausdrucksweise verbessern. Sondern auch weil Lesen so viel mehr ist als die sprachliche Entwicklung zu fördern und zu unterstützen.

Das Eintauchen in fremde Welten. Mit den verschiedenen Protagonistinnen und Protagonisten mitfiebern, Gefahren überwinden, Hindernisse erklimmen, Abenteuer bestehen. Denn egal, ob Liebesroman, Heldenfahrt oder ein Gruselabenteuer – in den Romanen geht es doch letztendlich meist um dieselben essentiellen Werte: Freundschaft, Vertrauen, Mut und ein Quäntchen Glück. Und manchmal findet sich die Lösung eines eigenen ganz realen Problems in einem Buch wieder.

Wie ist das bei Dir? Wann hat Dein Kind seine oder ihre Lesebegeisterung entdeckt?

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