Monster Mia und das große Fürchten von A.B. Saddlewick_Carlsen Verlag_MintyAnchor_Titel

“Monster Mia und das große Fürchten” – Sich selbst treu bleiben, erfordert Stärke

Faltenröcke, rosa Tutus und selbstgebackene Kuchen für die besten Lehrerin der Welt. Mia fühlt sich als wäre sie in einem immerwährenden Alptraum gefangen. Alle Mädchen aus ihrer Klasse, ihre Zwillingsschwester Marie eingeschlossen, lieben die saubere, regelkonforme, alles ist rosa und kuschelig Schule. Alle außer Mia. Monster Mia, wie sie von ihren Mitschülerinnen spöttisch genannt wird.

Mia liebt schwarz. Sie mag Spinnen und Halloween. Sie erschreckt gerne andere Leute und sie liebt ihre Ratte Quentin. Ihr Haustier und ihr liebster, aber auch ihr einziger Freund. Als Mias Verhalten einmal mehr den Vorstellungen der Lilienthal-Schule zuwider ist, wird sie von der Rektorin kurzerhand an eine andere Schule versetzt.

Hexenkostüme, starke Körperbehaarung und überlange Eckzähne

Der Name klingt vielversprechend, findet Mia. Und rosa Plüsch würde sie an einer Schule mit diesem Namen bestimmt nicht finden.

Ihre neuen Mitschüler tragen zwar keine Faltenröcke, aber irgendetwas stimmt hier nicht. Warum hat Greta an einem ganz normalen Wochentag ein Hexenkostüm an? Hat der Junge neben ihr eine starke Körperbehaarung oder ist das etwa echtes Fell? Und auch der Lehrer Herr van Vlad erscheint ihr alles andere als normal.

Was heißt schon normal?

Mia findet sehr schnell heraus, dass sie mit ihren neuen Mitschüler weitaus mehr gemein hat, als es auf den ersten Blick scheint. Hier fühlt sie sich wohl. Auch wenn und vielleicht gerade weil alle völlig verschieden sind. Denn immerhin ist Monster Mia ein gefährliches Tutu.

Damit beeindruckt sie sogar die gemeine Greta. Doch gerade als es scheint als wäre sie endlich angekommen, wird sie zur Rektorin gerufen. Bei dieser Ankündigung steht sogar ihren monstermäßigen Freunden der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Wird sie jetzt auch von dieser Schule fliegen? Jetzt, nachdem sie endlich echte Freunde gefunden hat?

Vom Suchen und Finden des eigenen Platzes im Leben

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Wer kennt das nicht. Das Gefühl nicht dazu zu gehören. Wie Mia geht es wahrscheinlich vielen Kindern. Wo ist mein Platz in der Welt, in der Schule, im Freundeskreis? Erfahre ich Ablehnung oder Akzeptanz weil an „anders bin“ als die Masse? Weil ich andere Interessen oder ein anderes Verständnis von Spaß habe?

Die beiden Schulen könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite die Lilienthal-Schule mit ihren adretten, dem Klischee sämtlicher rosa-Schubladen-entsprechenden Schülerinnen. Mädchen, die – so liebenswürdig sie vordergründig auch tun – Andersartigkeit mit Demütigung, Ablehnung und Ausgrenzung begegnen. Die Schüler der Finsterwaldschule dagegen sind absolute Individuen. Keiner ist perfekt. Keine ist wie die andere. Natürlich finden sich auch hier Gruppierungen, Stänkereien und tonangebende Fieslinge. Aber alles in allem gibt es hier auch Zusammenhalt, Mut und Freundschaft. Das Leben, wie es sein sollte?

Meine Meinung als Mutter

A.B. Saddlewick hat mit „Monster Mia“ eine tolle Figur geschaffen. Ein recht selbstbewusstes, junges Mädchen, das nicht bereit ist, sich zu verbiegen, um Menschen zu gefallen, die sie ablehnen ohne zu hinterfragen wer sie wirklich ist.

Auch wenn sie unter der Einsamkeit und Ausgrenzung, die sie auch von ihrer eigenen Schwester erfährt, leidet, bleibt sie sich treu. Das muss schwer sein und diesem Druck fühlt sich bestimmt nicht jedes Kind gewachsen.

Der Wechsel an eine andere Schule, löst Angst und Zweifel in ihr aus. Sie hat sich an der Lilienthal-Schule nicht wohlgefühlt, aber gewusst, was sie dort erwartet. Der Schritt an eine neue Schule – der ihr aufgezwungen wird – zeigt ihr, dass gut sein kann das Alte hinter sich zulassen und etwas Neues zu wagen.

Die Schule und die Gemeinheiten anderer lassen sich nun mal leichter ertragen, wenn man Freunde hat auf die man sich verlassen kann und die zu einem stehen. No matter what.

Wer steckt dahinter?

“Monster Mia und das große Fürchten” ist im Englischen unter dem Titel “Monstreous Maud`s Big Fright” bekannt. Hinter dem Pseudonym A.B. Saddlewick verbirgt sich der erfolgreiche britische Autor für Kinder- und Erwachsenenliteratur Tim Collins. Neben der Kinderbuchreihe „Monster Mia“ hat er unter anderem “Das Tagebuch des Dummikus Maxismus” und „Cosmo Collins“ verfasst.

Monster Mia und das große Fürchten ist erstmals im Kerle / Herder Verlag und später im Carlsen Verlag erschienen. Die Illustrationen von Franziska Harvey, die bereits mehrere Bücher von Tim Collins illustriert hat, leiten jedes Kapitel mit einer detaillierten Manschette ein. Die Schrift ist größer und kommt damit der Zielgruppe der jungen Leserinnen und Leser ab 7 Jahren entgegen. Die Kapitel haben mit durchschnittlich 12 Seiten eine gute Länge. Die Satzstruktur besteht vorwiegend aus kurzen Sätzen mit maximal einem Nebensatz.

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