Tischmanieren bei Kindern – wie läuft das bei Euch so? Fragt Chrissy von Sonnenshyn in ihrer aktuellen Blogparade. Meine Kinder haben einen Altersunterschied von dreieinhalb Jahren. Ich kann deshalb von meiner Tochter nicht dasselbe Verhalten beim gemeinsamen Abendessen verlangen, wie von meinem älteren Sohn.

Was sind Manieren? Und wer legt sie fest?

Manieren ist ein anderes Wort für Benehmen oder Umgangsformen. Es leitet sich vom französischen maniére ab und bedeutet Art und Weise. Bei Manieren geht es also um das Wie. Wie begrüßen wir jemanden oder eben wie verhalten wir uns bei Tisch? Die Art und Weise wie wir uns im Beisein unserer Mitmenschen verhalten sollen, wird von der Gesellschaft definiert. Die Definition und Erwartungen sind von Land zu Land, von Kultur zu Kultur verschieden. Und sie verändern sich im Lauf der Zeit. Denn es würde wohl kaum einer die Tischmanieren aus den großen Tafelhallen der wilden Wikinger in unserer westeuropäischen Gesellschaft als schicklich bezeichnen.
Für mich gibt es einen Unterschied zwischen unserem gesellschaftskonformen Verhalten in der Öffentlichkeit und dem Leben in unserer Familie. In unserem geschützten Raum gibt es abweichende Regeln. Weniger Ansprüche. Vielleicht auch weil ich es aus meiner Kindheit und Jugend anders kenne. Wir warten bis alle sitzen, Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt und auch Du bleibst sitzen bis alle fertig sind. Dieses steife Beisammensitzen mit allen diesen Zwängen hatte für mich nichts Fröhliches, nichts Heimeliges. Es war vielmehr etwas, was es eben jeden Tag durchzustehen galt inklusive Abwasch.
Die gemeinsamen Abendessen bei meinem Mann habe ich dagegen als unwahrscheinlichen Gegensatz erlebt. Laut, lustig, im Schneidersitz auf dem Stuhl sitzen, Essen was man mag und sich was anderes holen, wenn es nicht dem Geschmack entsprach. Da war es nicht nötig zu warten, bis alle fertig waren, denn irgendwie ergab sich das von selbst. Es war das absolute Gegenteil.

Abendessen – Die Königsdisziplin

Warum? Weil das Abendessen, zumindest bei uns, einer absoluten und in keinster Weise vorhersehbaren Herausforderung gleicht.
Beginnen wir mit dem Was gibts denn heute? Ich habe in meiner Jugend den Fehler gemacht zu fragen Was gibts den gscheits? Standardantwort meines Vaters: Ja, studiert hoats net.
Wer aber im Schweiße seines Angesichts in der Küche gestanden und ein tolles Abendessen oder voller Hingabe tolle Schnittchentellergemälde gezaubert hat, will so ziemlich alles hören, nur nicht Uäääh, was ist das? Das ess ich nicht.
Satz. Punkt. Ende.

Aber wie halten wir es nun mit dem Essen und den Tischmanieren bei uns zuhause?

Ganz so lassen wir das natürlich nicht durchgehen. Bei uns gilt die Regel: Es wird ein ordentlicher Bissen probiert, gekaut und geschluckt. Wem es dann immer noch nicht schmeckt, der darf sich was aus der Küche holen. Die Betonung liegt auf holen. Ich koche definitiv nicht zweimal, aber die Kinder sind alt genug um sich selbst ein Müsli zu machen, Knäckebrot, Obst oder ein Joghurt zu holen.
Und wie ist es mit dem Verhalten am Tisch? Gegessen wird im Sitzen mit den Beinen unter dem Tisch. Bei uns darf jeder im Schneidersitz auf der Eckbank sitzen, aber Knie oder Füße haben oberhalb der Tischkante nichts verloren. An sich klappt das alles recht gut. Außer, wenn die Müdigkeit überhandnimmt …
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