Gut gemacht - War ich das etwa?_Titel

Blogparade “Gut gemacht” – Unser Familienleben gleicht dem Meer. Mal ist es ruhig, an anderen Tagen ist der Wellengang höher oder ein Sturm wirbelt das Wasser umher. Das sind die Tage an denen ich rotiere, motze – obwohl ich es gar nicht will – und mich frage: Warum? Warum kann denn nicht …?

Und dann gibt es noch die anderen Tage. Die, an denen die Wellen in leisem Fluss vor und zurück rollen, eine leichte Brise geht, die Sonnenstrahlen auf dem Wasser glitzern und bis auf den Meeresgrund leuchten. Das sind die Tage, an denen alles rund läuft, alles klappt und ich denken könnte „gut gemacht“.

Habe ICH etwas gut gemacht?

„Was habt ihr gut gemacht?“ fragt Severine von Mama on thre rocks in ihrer Blogparade. Was klappt bei euch einwandfrei?

Gut gemacht. Habe ich etwas gut gemacht? Haben die Kinder etwas gut gemacht? War es Glück? Oder hat einfach das Zusammenspiel gut hingehauen? Liegt es an meinen mütterlichen Fähigkeiten in punkto Erziehung?

Ich persönlich denke, es geht tiefer. Es kommt aus unseren Persönlichkeiten, aus unserem Miteinander, den individuellen Tagesstimmungen und der Zeit. Denn wir alle, nicht nur die Kinder, entwickeln uns weiter, werden reifer und bekommen eine andere Sicht auf die Dinge. Vielleicht auch eine entspanntere Sicht.

„Entschuldigung. Es tut mir leid.“

Meine kleine Tochter kann laut werden, wenn ihr etwas nicht passt. Richtig laut. Sie schreit gellend und hoch. Sie weint und verlässt den Raum. Dann dauert es ein paar Minuten bevor sie sich soweit beruhigt hat, dass ich sie in den Arm nehmen, mit ihr reden und sie beruhigen darf.

Sie ist ein Kind, das sich definitiv nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Aber sie ist es auch, die spätestens nach einer halben Stunde ganz von sich aus zu mir, zu ihrem Bruder oder ihrem Papa geht und sagt: „Entschuldige. Es tut mir leid, dass wir uns gestritten haben. Das wollte ich nicht.“ – Für ihr Alter finde ich das unglaublich (ja, als Mutter bin ich bestimmt voreingenommen). Das hat aber nichts mit mir oder meiner Super-Erziehung zu tun. Das war sie allein. Von sich aus und von Anfang an. Für mich liegt das in ihrem Wesen begründet.

Mein Sohn ist dagegen ganz anders. Er braucht länger, um sich zu fangen. Ihn kostet es mehr Überwindung sich zu entschuldigen, auch wenn er so fühlt. Und ich sehe, dass er sich bemüht. Ich kann sehen wie er sich überwindet weil er weiß, dass allein dieses eine Wort die Luft reinigt. Das liegt nicht an mir. Ich zwinge ihn nicht, ich fordere es nicht. Ich weiß, dass es kommt – von alleine, durch Worte oder Taten.

Ein “Gut gemacht” für Liebe und Verständnis

Und wenn ich mir für etwas selbst auf die Schulter klopfen und „gut gemacht“ rufen könnte, dann vielleicht dafür, dass ich mich bemühe meinen Kindern eine liebevolle Mutter zu sein. Eine verständnisvolle Mama, die die Besonderheiten ihrer beiden Kinder kennt und berücksichtigt.

 

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